Ich habe wieder ein Nadelprojekt, wenn auch ein anderes als geplant. Ursprünglich kaufte ich die graue Wolle für ein Strickkleid, für das eine Freundin mir das Strickmuster gegeben hat. Wie aufregend, mein erstes Strickmuster habe ich dank Youtube tatsächlich hinbekommen... Nur leider schaffe ich es nicht, fallengelassene Maschen richtig wieder aufzufädeln. Und so bin ich schon allein beim Stück für die Maschenprobe nicht über 4 Reihen hinausgekommen. Nicht ideal für ein Strickkleid!
Für's Stricken ist's also noch zu früh. Deshalb besinne ich mich auf das Häkeln zurück, das geht leichter, Fehler sind weniger sichtbar und können viel einfacher korrigiert werden.
Es soll auch wieder ein Kleid werden, und zwar dieses hier. Mal schauen, wie schnell ich voran komme und hoffentlich wird es nicht so ein unförmiges Ding wie meine Tante mal geschenkt bekommen hat...!
Die Wolle habe ich übrigens ganz günstig gekauft - 9 Euro für 500g im Markauf. Eigentlich in der Anleitung vorgesehen wäre Garn aus Seide, die kostet aber für 50g alleine 6 Euro. Das ist mir eine viel zu grosse Investition für ein Anfänger-Kleid (falls es überhaupt fertig wird...).
Die Wollknäuel scheinen übrigens nicht nur gross, sie sind tatsächlich riesig! Ich häkle gleichzeitig am Vorder- und Rückteil, so kann ich die Grösse laufend anpassen.
Natürlich häkle ich nicht nur für mich, sondern bin auch für Radieschen kreativ tätig. Am Freitag haben meine Schwägerin und ich zusammen Schürzen für die Kleinen genäht. Jetzt können sie in der Küche vollen Einsatz geben! Das hübsche Pijama war übrigens ein Geburtstagsgeschenk :-)
29.03.2015
25.03.2015
Geburtstagsfeier
Heute vor zwei Jahren ist Radieschen auf die Welt gekommen! Und das haben wir am Sonntag mit einem kleinen Fest gefeiert. Wie letztes Jahr haben wir die Wohnung mit Girlanden und Luftballonen geschmückt, dieses Jahr zusätzlich auch mit Loki-Motiv.
Für das Buffett haben wir Kresse ausgesät (in Eierkarton wie damals im Kindergarten ;-)) und Ostereier gefärbt.
Für die Ostereier haben wir die günstigen Eierfärbfarben von dm ausprobiert und waren positiv überrascht. Die Motive haben wir auf die gefärbten Eier mit einer der anderen angerührten Eierfärbfarben draufgemalt oder mit Zitronensaft "weggeätzt". Normalerweise färben wir sie ganz klassisch mit Zwiebelschalen und Grünzeug im Strumpf, aber dieses Jahr haben wir zu spät mit dem Zwiebelschalen-Sammeln begonnen.
Freitagnachmittag haben meine Schwägerin und ich bereits Trinkhalme verziert und Fähnchen gebastelt.
Und endlich (!) darf auch vom Kuchen probiert werden. Samstag war es für Radieschen kaum auszuhalten, während dem Verzieren des Kuchens nicht zu kosten. Ist ja auch schon für die "Grossen" schwierig sich zurückzuhalten, für einen fast 2-jährigen regelrechte Tortur. Zum Glück konnten wir ihn mit der Briobahn ablenken...
Die Gäste haben statt Geschenke etwas für's Buffett beigesteuert und so hatten wir einen übervollen Tisch. Wie jedes Mal Berge von Essen, wir lieben das!
Als weitere kleine Tradition hat sich eingebürgert, ein Video zu zeigen, das Radischen von der Geburt bis zum aktuellen Geburtstag zeigt. Dafür machen wir jeden Monat ein paar Portraitfotos (im ersten Jahr sogar jede zweite Woche) und schneiden daraus ein Video. Das macht viel Spass und die Veränderung in den ersten Jahren ist enorm!
Dieses Jahr hat Radieschen seinen Geburtstag schon viel bewusster miterlebt. Er war den ganzen Tag aufgeregt und Geschenke auspacken war natürlich super! Jaaa, es haben sich nicht alle an die Abmachung "keine Geschenke, dafür Beitrag für Buffett" gehalten ;-) Aber es wurde zum Glück trotzdem keine Geschenkeflut und das Auspacken und Bespielen hat Radieschen sehr viel Spass gemacht. Es war genau im richtigen Mass (war auch so schon fies für den fast gleichaltrigen Cousin, dass die Geschenke nur für Radieschen waren). Momentan ist Radieschen sehr ordentlich und hat das zerrissene Geschenkpapier fein säuberlich jeweils zum Abfalleimer getragen - sehr praktisch ;-)
Gestern haben wir nun kleine Zopf-Igel für die Kita gebacken. Und am Abend wurden nochmals die Geburtstagskerzen für Radieschen angezünden.
2 Jahre, Happy Birthday! Schön, dass du bei uns bist :-)
24.03.2015
(Psycho) Therapeutische Haltung
Kürzlich war ich an einem Vortrag. Selten habe ich eine Rednerin erlebt, der ich so gerne zugehört habe. Es war eine gute Mischung aus Wissensvermittlung und Erfahrungsberichten. Unter anderem kam sie auch auf die psychotherapeutische Haltung zu sprechen. Auch als Nicht-Psychiater kann es wahrscheinlich nicht schaden, diese "Grundsätze" im Hinterkopf zu halten. Wie praxisnah dies sein wird, kann ich leider noch nicht sagen. Das werde ich erst lernen. Aber hier die 5 Punkte (frei nach dem Vortrag niedergeschrieben):
1. Offenheit
Nicht mit zu erfüllenden Plänen in das Gespräch gehen, sondern offen sein für unerwartete Entwicklungen.
Dies ist für mich wahrscheinlich der schwierigste Punkt. Ich habe gerne einen Plan, ein (Therapie) Ziel, das ich erreichen will. Es ist mir aber durch diesen Input auch klar geworden, dass man als Arzt nicht alles steuern kann. Deswegen: ein guter Punkt um im Hinterkopf zu halten.
2. Festigkeit
Engagement ohne Druck, sondern Motivation aus Interessen und Respekt dem Patienten gegenüber für die Einhaltung der Rahmenbedingungen der Therapie. Den Druck von aussen vermindern, der auf den Patienten wirkt.
Das geht für mich auch Richtung Selbstwirksamkeit des Patienten stärken. Nur wenn der Patient selber auch die Therapie will, kann er gesund werden. Er wird nicht "von aussen gesund gemacht". Dazu gehört auch eine grosse Portion Geduld von der Seite des Arztes. Als Beispiel nannte die Dozentin, bei solchen Patienten nicht einen festen Termin zu vereinbaren (sie kommen morgen um 9 Uhr!) sondern Zeitfenster offen lassen (ich bin immer dienstags von 9-10 Uhr für Sie da). Quasi eine offene Sprechstunde, in der ich bei Nichterscheinen des Patienten Bürokram erledigen kann.
3. Authentizität
Dieser Aspekt wurde bei uns im Studium bereits stark thematisiert - weg von der paternalistischen Arzt-Patienten-Beziehung hin zum gemeinschaftlichen Arbeiten. Hierzu gehört auch, ein menschliches Gegenüber zu sein und die eigene Position des Wissenden & Überlegenen zu relativieren.
Dieser Punkt ist wahrscheinlich erst mit der heutigen Ärztegeneration wichtig geworden - Hand in Hand mit der veränderten Arzt-Patient-Beziehung.
4. Neugierde
Nicht mit einem Fragekatalog mit vorgefertigten Meinungen in's Gespräch gehen, sondern sich aufrichtig für den Patienten interessieren und die Dinge verstehen versuchen.
Neugierde auf das Entdecken des Patienten mit seinen Eigenheiten hilft sicher auch, eine gewisse Routine und Langeweile zu vermeiden.
5. Selbstfürsorge
Hierzu gehört, sich selbst als Therapeut auch in den schweren Zeiten der Therapie etwas für sich abgewinnen zu können. Im Hinterkopf zu behalten, dass es wichtig ist, sich auch als Therapeut in der Sitzung wohlzufühlen.
Mein Lieblingspunkt: nur ein ausgeglichener Arzt ist ein guter Arzt!
__________________________________
Quelle: frei nach dem Vortrag von Prof. Dr. Dorothea von Haebler (Charité Spital, Berlin, www.ddpp.eu): "Modifizierte psychodynamische Psychotherapie für Menschen mit Psychosen: ein Werkzeugkasten" (2. März 2015)
1. Offenheit
Nicht mit zu erfüllenden Plänen in das Gespräch gehen, sondern offen sein für unerwartete Entwicklungen.
Dies ist für mich wahrscheinlich der schwierigste Punkt. Ich habe gerne einen Plan, ein (Therapie) Ziel, das ich erreichen will. Es ist mir aber durch diesen Input auch klar geworden, dass man als Arzt nicht alles steuern kann. Deswegen: ein guter Punkt um im Hinterkopf zu halten.
2. Festigkeit
Engagement ohne Druck, sondern Motivation aus Interessen und Respekt dem Patienten gegenüber für die Einhaltung der Rahmenbedingungen der Therapie. Den Druck von aussen vermindern, der auf den Patienten wirkt.
Das geht für mich auch Richtung Selbstwirksamkeit des Patienten stärken. Nur wenn der Patient selber auch die Therapie will, kann er gesund werden. Er wird nicht "von aussen gesund gemacht". Dazu gehört auch eine grosse Portion Geduld von der Seite des Arztes. Als Beispiel nannte die Dozentin, bei solchen Patienten nicht einen festen Termin zu vereinbaren (sie kommen morgen um 9 Uhr!) sondern Zeitfenster offen lassen (ich bin immer dienstags von 9-10 Uhr für Sie da). Quasi eine offene Sprechstunde, in der ich bei Nichterscheinen des Patienten Bürokram erledigen kann.
3. Authentizität
Dieser Aspekt wurde bei uns im Studium bereits stark thematisiert - weg von der paternalistischen Arzt-Patienten-Beziehung hin zum gemeinschaftlichen Arbeiten. Hierzu gehört auch, ein menschliches Gegenüber zu sein und die eigene Position des Wissenden & Überlegenen zu relativieren.
Dieser Punkt ist wahrscheinlich erst mit der heutigen Ärztegeneration wichtig geworden - Hand in Hand mit der veränderten Arzt-Patient-Beziehung.
4. Neugierde
Nicht mit einem Fragekatalog mit vorgefertigten Meinungen in's Gespräch gehen, sondern sich aufrichtig für den Patienten interessieren und die Dinge verstehen versuchen.
Neugierde auf das Entdecken des Patienten mit seinen Eigenheiten hilft sicher auch, eine gewisse Routine und Langeweile zu vermeiden.
5. Selbstfürsorge
Hierzu gehört, sich selbst als Therapeut auch in den schweren Zeiten der Therapie etwas für sich abgewinnen zu können. Im Hinterkopf zu behalten, dass es wichtig ist, sich auch als Therapeut in der Sitzung wohlzufühlen.
Mein Lieblingspunkt: nur ein ausgeglichener Arzt ist ein guter Arzt!
__________________________________
Quelle: frei nach dem Vortrag von Prof. Dr. Dorothea von Haebler (Charité Spital, Berlin, www.ddpp.eu): "Modifizierte psychodynamische Psychotherapie für Menschen mit Psychosen: ein Werkzeugkasten" (2. März 2015)
Abonnieren
Posts (Atom)











